Zum 50. Todestag von Josef Bösch 24. Januar 2019
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Heuer jährt sich am 28. Jänner zum fünfzigsten Mal der Todestag von Josef Bösch, der von 1946 bis 1960 das Amt des Bürgermeisters von Lustenau innehatte. Für seine Verdienste um die Gemeinde wurde er 1962 zum Ehrenbürger ernannt.
Kriegsgefangenschaft und Feuerwehr
Josef Bösch kam am 29. September1889 als Sohn des Bauern Ferdinand Bösch und der Maria Anna geb. Hagen im Haus Nr. 82 (heute Staldenstraße 5) im „Stalden“ zur Welt und wuchs dort auf. 1914 rückte der 25-jährige Josef Bösch zu den Tiroler Kaiserjägern ein. Er wurde mit seiner Einheit an die Ostfront verlegt und nahm an den verlustreichen Herbst- und Winterschlachten von 1914/15 teil, im Zuge derer er schließlich mit seiner Einheit in der Festung Przemysl eingeschlossen und in russische Kriegsgefangenschaft geriet. Mit anderen Lustenauern kam er in ein Lager in Taschkent. Erst 1920 kehrte er wieder in seine Heimatgemeinde zurück und gründete eine Familie. Außerdem trat er der Freiwilligen Feuerwehr bei, wo er für 20 Jahre lang das Amt des Kommandanten bekleidete. 1943 wurde er von den Nationalsozialisten von diesem Posten abgesetzt. Wenige Jahre später, 1948, erfolgte in Anbetracht seiner großen Verdienste um die Lustenauer Feuerwehr seine Ernennung zum Ehrenkommandanten.
Schwierige Nachkriegszeit
Die politische Karriere von Josef Bösch begann 1924. Damals wurde er für die christlichsoziale Partei in die Gemeindevertretung gewählt. Auch nach der Installierung des Ständestaates gehörte er dem ständisch gegliederten Gemeindetag an. Als Ferdinand Jussel Anfang Februar 1946 vom Amt des Bürgermeisters zurücktrat, setzten die französischen Besatzungsbehörden auf Vorschlag der ÖVP Josef Bösch als neues Gemeindeoberhaupt ein. Josef Bösch übernahm das Amt in einer äußerst schwierigen Situation. Lebensmittelmangel und Wohnungsnot waren die dringendsten Probleme der unmittelbaren Nachkriegszeit. Gleichzeitig flossen die Steuereinnahmen erst langsam. In dieser Situation erwies er sich als energischer Bürgermeister, dessen Ziel es war, die Gräben zuzuschütten, die damals zwischen den politischen Lagern klafften.
Wichtige Kommunalbauten
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Als die Stickerei wenige Jahre nach Kriegsende wieder florierte und damit auch die Steuereinnahmen stiegen, erhielt die Gemeinde wieder einen gewissen Gestaltungsspielraum. In die Amtszeit von Josef Bösch fallen eine Reihe von wichtigen öffentlichen Bauunternehmungen, durch welche das Gesicht Lustenaus merklich verändert wurde: Die Hauptschule Kirchdorf, ein neues Rathaus, ein neues Gerätehaus für die freiwillige Feuerwehr und ein Wasserwerk sowie das Reichshofstadion wurden errichtet, das Straßennetz wurde ausgebaut und die Pflasterung der Straßen vorangetrieben. Aufgrund innerparteilicher Zwistigkeiten verzichtete er 1960 bei den Gemeinderatswahlen auf eine neuerliche Kandidatur und zog sich damit nach vierzehn Jahren an der Spitze der Gemeinde aus der Politik zurück. Am 28. Jänner 1969 starb Josef Bösch im Alter von 80 Jahren.