Zusammenhänge vom Internet und Machtstrukturen aufgezeigt 26. November 2014
Die derzeit in der Galerie Hollenstein laufende Ausstellung „Gatekeeping“ befasst sich mit der Digitalisierung der modernen Welt und deren Auswirkungen. Felix Stalder referierte am Montag, dem 17. November über die daraus entstehenden Machtstrukturen. Das im Rahmen der Finissage stattfindende Künstlergespräch bietet eine weitere Möglichkeit, diese Themen zu diskutieren.
Der Vortragende forscht und lehrt an der Zürcher Hochschule der Künste. Er begann seinen Vortrag mit einer kurzen historischen Einführung zu den verschiedenen Aspekten von Macht. Besonders hob er den Unterschied zwischen autoritärer Macht – „Du musst!“ – und ideologischer Macht – „Du willst!“ – hervor.
„Freiwillig tun, was man eigentlich nicht tun will.“
Felix Stalder präsentierte als Gegensatz zu diesen Machtformen die „Netzwerkmacht“. Sie lässt sich am besten mit „Du kannst!“ verdeutlichen. Wer sich auf Facebook & Co. bewegt, akzeptiert damit freiwillig deren Protokolle und Mechanismen. Dies führt dazu, dass viele Menschen „freiwillig tun, was man eigentlich nicht tun will“, nur um sich nicht von den Freunden abzukapseln. „Gegen diese undemokratischen Prozesse kann und muss man sich durch den Abbau von Monopolstellungen und die Nutzung offener Protokolle wehren!“ appellierte der Referent.
Gatekeeping – Zur Konstruktion von Wirklichkeit durch digitale Medien
Galerie Hollenstein, Pontenstraße 20
Ausstellungsdauer: bis 14. Dezember 2014
Öffnungszeiten
Freitag und Samstag: 17 - 20 Uhr
Sonn- und Feiertage: 10 - 12 und 14 - 17 Uhr
Finissage mit Führung und Künstlergespräch
Sonntag, 14. Dezember, 10.30 Uhr