Lustenau knackt 23.000 Einwohner-Grenze

Alter Rhein

Per Ende 2015 hat Lustenau 23.110 Einwohner. Bei der Statistik für das Jahr 2013 zählte Lustenau noch 22.828 EinwohnerInnen. Dass Lustenau ein attraktiver Wohnort ist, spricht sich herum: 1.836 Personen sind im Jahr 2015 nach Lustenau gezogen. Im Vergleich dazu: 2013 waren es 1.423, die in die Marktgemeinde zügelten. Ein wachsendes und vielfältiges Kinderbetreuungsangebot, die Naherholungsgebiete Alter Rhein und Lustenauer Ried sowie eine gute Nahversorgung sind nur wenige von vielen Aspekten, die für Österreichs größte Marktgemeinde sprechen.

Lustenau ist multikulturell

Von den im Jahr 2015 1.836 zugezogenen Personen sind 62,5 % ausländischer Herkunft und 37,5 % Österreicher. Insgesamt leben Menschen aus 74 verschiedenen Nationen in Lustenau zusammen. 82 % besitzen einen österreichischen Pass, 18 % haben eine ausländische Staatsbürgerschaft. 

Trauungen nehmen zu

Es gab aber nicht nur mehr Zuzüge in Lustenau, auch getraut haben sich die Lustenauer wieder mehr. 88 Eheschließungen wurden 2015 im Standesamt vollzogen, Im Vergleich dazu gaben sich im Jahr 2012 78 Paare das Ja-Wort.

Konstante Geburtenrate

Kinder

Ziemlich konstant ist die Anzahl der Geburten in Lustenau. 259 Babys wurden im Jahr 2015 geboren,  232 im vergangenen Jahr. Der Leiter des Bürgerservices, Jürgen Peter, berichtet: „2015 sind 174 Lustenauerinnen und Lustenauer gestorben. 259 Kinder sind dafür auf die Welt gekommen. Die Geburtenbilanz in Lustenau ist damit positiv.“ 14,7 % der Neugeborenen haben eine ausländische Staatsbürgerschaft, 44,5 % der Babys einen Migrationshintergrund. Ein Umstand, auf den es zu reagieren gilt: Damit sich auch Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, im Kindergarten und in der Schule zu Recht finden, gibt es von Seiten der Gemeinde verschiedene Maßnahmen wie zum Beispiel die verstärkte Sprach- und Lernförderung für Kinder ab drei Jahren, Sprachkurse für Frauen oder das erst kürzlich eröffnete Lerncafé der Caritas.

Tendenz bei Bestattungen

Bei den Bestattungen werden die Urnenbeisetzungen den Erdbestattungen mittlerweile deutlich vorgezogen: 2013 gab es 88,2 % Urnenbestattungen, 2014 machte ihr Anteil 92,4 % aus, 2015 waren Urnenbeisetzungen mit 90,6 % wieder leicht rückläufig.

Pflege und Betreuung

Es ist ein Faktum, dass die Menschen immer älter werden. Ein 2011 in Österreich geborener Bub kann damit rechnen, 78,1 Jahre alt zu werden, für Mädchen beträgt die Lebenserwartung 83,4 Jahre. Auf den demografischen Wandel und die damit verbundene gestiegene Lebenserwartung gilt es für Gemeinden, gerüstet zu sein. Lustenau bereitet sich darauf seit Jahren vor. Man setzt auf beratende Einrichtungen wie die Servicestelle für Betreuung und Pflege, aber auch auf Partner wie den MOHI und den Krankenpflegeverein und ambulante Angebote wie Essen auf Rädern. Eine weitere Reaktion auf den Zuwachs älterer Menschen ist die im Jänner gegründete „Sozialdienste Lustenau gem GmbH“. Die „Sozialdienste Lustenau gem GmbH“ ist im 100 % Eigentum der Marktgemeinde Lustenau und umfasst die beiden Seniorenhäuer Schützengarten und Hasenfeld, die Einsatzleitung des Mobilen Hilfsdienstes und die Familienhilfe Lustenau. Zu den Aufgaben der Sozialdienste Lustenau gehört der Betrieb von stationären, teilstationären und ambulanten Pflege- und Betreuungseinrichtungen.

Lustenauer werden alt

Anna Haemmerle

Über dem Bundesdurchschnitt liegt das zu erwartende Lebensalter in Vorarlberg: Frauen werden 84,7 Jahre alt, Männer 79,2. Auch wenn die durchschnittliche Lebenserwartung der LustenauerInnen bei 77 Jahren liegt, bietet Lustenau einen guten Boden, um alt zu werden. Die älteste Lustenauerin und damit auch Vorarlbergerin, Anna Hämmerle, wurde am 26. Mai 2012 sagenhafte 106 Jahre alt. Der Anteil der unter 20jährigen ist mit 5441 Personen weitaus größer, als der der über 65jährigen mit 3468 Personen. „Laut der jüngsten Bevölkerungsstatistik von Statistik Austria ist Lustenau die jüngste Gemeinde Österreichs. Das ist Privileg und Herausforderung zugleich“, betont Bürgermeister Dr. Kurt Fischer diese Tatsache.

Bedarf ändert sich

Jugendliche

Gemeinden sind vom demographischen Wandel in besonderem Maße betroffen, denn ihnen obliegt die unmittelbare öffentliche Daseinsvorsorge und die Ausgestaltung des persönlichen Lebensumfeldes. In vielen Bereichen wird sich der Bedarf in den nächsten Jahren ausweiten, wie etwa bei der Pflege und Altenbetreuung. Für die Zukunft gilt: für die regionale Bevölkerungs-Entwicklung werden vor allem die wirtschaftliche Basis einer Gemeinde, aber auch die Verkehrsanbindung bzw Erreichbarkeit, die landschaftliche Attraktivität und der Wohn- und Freizeitwert maßgeblich für die Wohnortwahl entscheidend sein.

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