Lustenau - eine Gemeinde im Nationalsozialismus

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Im Zuge der Ausstellung "Lustenau - Eine Gemeinde im Nationalsozialismus" die von 26. Mai bis 8. Juli 2018 in der Galerie Hollenstein zu Gast war, wurden vom Team des Historischen Archivs die allgemeinen Erscheinungsformen der damaligen Trends in ihren lokalen Ausprägungen dokumentiert und dabei aufgezeigt, welche Auswirkungen die NS-Diktatur auf die Gemeindeentwicklung und das Leben der Menschen in Lustenau hatte. Auf dieser Seite haben Sie Gelegenheit, die Inhalte der Ausstellung kennenzulernen.

 

Ausstellungskatalog

Der im Rahmen der Erarbeitung der Ausstellung entstandene Katalog ist hier einsehbar und kann im Historischen Archiv käuflich erworben werden.

 

Zeitzeugeninterviews

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Hier können Sie sich die in der Ausstellung platzierten Ausschnitte aus lebensgeschichtlichen Interviews mit Lustenauerinnen und Lustenauern anhören. Diese sollen das damalige individuelle Erleben dieser Menschen greifbar machen und waren, auf sieben Hörstationen verteilt, den jeweiligen Themenbereichen zugeordnet. Nähere Informationen zu den Zeitzeugeninterviews finden Sie im Katalog zur Ausstellung.

Interview mit Judith Braude (1998) aus dem Archiv der USC Shoah Foundation

Der Jüdin Judith Braude (geb. Kohn) gelang im Sommer 1938 in Lustenau der illegale Grenzübertritt in die rettende Schweiz. Im in der Ausstellung gezeigten Ausschnitt aus einem längeren, von der Shoah-Foundation aufgezeichneten lebensgeschichtlichen Videointerview schildert sie ihre damaligen Erlebnisse. Den letzten Kontakt zu ihren in Wien zurückgebliebenen Familienmitgliedern, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Zuge der Ermordung von ungefähr sechs Millionen jüdischer Menschen im Holocaust starben, hatte sie 1941, als diese bereits in ein Konzentrationslager deportiert worden waren. Mehr Informationen: sfi.usc.edu

Filmausschnitt "Zu Besuch bei ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in der Ukraine"

Der Ausschnitt aus dem von Margarethe Ruff (Autorin des Buches „Minderjährige Gefangene des Faschismus“) produzierten Film „Zu Besuch bei ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in der Ukraine“ verdeutlicht die brutale Behandlung dieser Menschen.

Opferdatenbank

Die Lustenauer NS-Opferdatenbank wurde 2013 im Zuge der Errichtung der Gedenkstätte für die Opfer der NS-Diktatur angelegt und konnte schon bislang im Historischen Archiv eingesehen werden. Momentan sind darin 101 Personen erfasst. Viele der Einträge beruhen ursprünglich auf dem von Hermann Brändle, Gernot Egger, Meinrad Pichler und Harald Walser in der Publikation „Von Herren und Menschen. Verfolgung und Widerstand in Vorarlberg 1933-1945“ veröffentlichten „Lexikon Verfolgung und Widerstand“, wurden aber teilweise mittlerweile auch aus anderen Quellen ergänzt. Die in der Ausstellung abrufbare Version dokumentierte den in Textform aufbereiteten momentanen Forschungsstand. Dieser wird vom Team des Historischen Archivs weiterhin mit neuen Forschungsergebnissen aktualisiert und ergänzt und steht hier in seiner aktuellsten Version als PDF zum Download zur Verfügung. Hinweise aus der Bevölkerung auf weitere Opfer, biographische Details sowie relevante Quellen zu den einzelnen Personen oder Fotos werden im Historischen Archiv gerne entgegengenommen und in die Datenbank eingearbeitet.

Veranstaltungsprogramm 2018 zum Thema

AUSSTELLUNG

  • Eröffnung der Ausstellung in der Galerie Hollenstein
    Freitag, 25. Mai, 19 Uhr 
  • öffentliche Ausstellungsführungen
    Sonntag, 3., 17. und 24. Juni, jeweils 16 Uhr 

VORTRÄGE

  • „Lustenau im ,langen 19. Jahrhundert' - Die Veränderung der ,geistigen' Landschaft und die Entstehung des organisierten Nationalismus“ - Wolfgang Scheffknecht 
    Montag, 26. Februar, 18.30 Uhr 
  • „Die Anfänge der NSDAP in Vorarlberg“ - Thomas Albrich
    Montag, 4. Juni, 18.30 Uhr 
  • „Die neue Unübersichtlichkeit – Globale Holocaust-Erinnerung im Zeitalter des Trumpismus“ - Dirk Rupnow 
    Montag, 11. Juni, 18.30 Uhr 
  • „Das Schicksal der Vorarlberger Patientinnen und Patienten in der Heil- und Pflegeanstalt Hall in Tirol während der NS-Zeit“ - Oliver Seifert 
    Freitag, 22. Juni, 18.30 Uhr 
  • „Kulturpolitik im Nationalsozialismus“ - Klaus Hagen 
    Montag, 2. Juli, 18.30 Uhr 

EXKURSIONEN

  • Geführte Exkursion zum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg
    Samstag, 30. Juni, 7 bis 21 Uhr
  • Grenzfahrt mit dem Fahrrad am Alten Rhein (In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems: Dialogführung zum Thema Flucht und Verfolgung)
    Samstag, 16. Juni und 21. Juli, jeweils 15 Uhr

Ausstellungsansichten

Die Ausstellung wurde finanziell unterstützt von:
Zukunftsfonds der Republik Österreich
Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus
Land Vorarlberg